4. April 2025
„Schloss Hemingstein“ in Buchet. Foto: Udo Weier.

Der Literaturnobelpreisträger Ernest Hemingway und J. D. Salinger trafen sich 1944 in der Eifel

Ernest Hemingway schrieb als Kriegsreporter für das amerikanische Magazin Collier´s über die Invasion der amerikanischen Truppen gegen Nazi-Deutschland.
Im September 1944 lebte Ernest Hemingway in Buchet, einer kleinen Gemeinde in der Schnee-Eifel. Er bezog die Räume einer beschlagnahmten Gasstätte, die Hemingway ironisch als „Schloss Hemingstein“ bezeichnete. Heute erinnert eine Gedenktafel an seinen Aufenthalt.
In einem Artikel für das Magazin Collier´s vom 18.November 1944 schrieb Hemingway über seinen Aufenthalt in der Eifel.

Es war kalt, es goß, ein halber Sturm wehte, und vor uns lagen wie eine Mauer die schwarzen Fronten der Schnee-Eifel, wo die Drachen hausten.1

Hemingway begegnete nach der Befreiung Frankreichs, J. D. Salinger 1944 in Paris. Für Salinger war Hemingway sein großes Vorbild und andererseits bescheinigte Hemingway Salinger eine

höllische Begabung2.

Werner Kleeman, ein Freund des Schriftstellers Salingers, beschreibt ein erneutes Treffen zwischen beiden 1944 in Zweifall (Eifel) bei Aachen3.
Salinger verfasste während seiner Zeit als Soldat die ersten Teile seines Welterfolges Der Fänger im Roggen. Er überlebte die Invasion am 6. Juni 1944, den D-Day und die Schlacht im Hürtgenwald in der Eifel und war anwesend bei der Befreiung des Konzentrationslagers Kaufering IV, einem Nebenlager des KZ Dachau. Nach dem Ende des Krieges begab sich Salinger wegen seiner traumatischen Kriegserlebnisse in psychotherapeutischer Behandlung4.

1) Hemingway. 49 Depechen. Aufbau Verlag Berlin und Weimar 1972. S.329

2) Salinger, David Shields und Shane Salerno, Simon & Schuster, 2013, S.110, S.111

3) Ebd.:, S.132

4) Ebd., Introduction:xvi

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